Mari­en­gärt­lein an der Schlosskirche

Das Mariengärtlein an der Schloßkirche ist zu einem nicht mehr ganz geheimen Geheimtipp für Ruhe und Entspannung, für eine Pause geworden. 

Es liegt mitten in der Stadt im histo­ri­schen mark­gräf­li­chen Ambi­ente des Alten Schlosses. Die ehema­lige Hofkirche ist Mitte des 18. Jahr­hun­derts nach dem Schloß­brand als typi­sche Mark­gra­fen­kirche gebaut, 1812 den Katho­liken der Stadt geschenkt worden. Den Altar der nun katho­li­schen Schloß­kirche “Unsere Liebe Frau” ziert seit 1959 eine barocke Trau­ben­ma­donna aus Wein­franken. Und das in Bier­franken. Direkt an die Kirche schließt sich das ehema­lige Wohn­haus des Mark­gräf­li­chen Hofbau­meis­ters Carl Chris­tian von Gontard an, das heute als Pfarr­haus dient. Genau gegen­über stehen das ehema­lige Mark­gräf­liche Redou­ten­haus und das Mark­gräf­liche Opern­haus, seit 2012 Welt­kul­tur­erbe. Privi­le­giert liegt das Mari­en­gärt­lein noch im alten mark­gräf­li­chen Hofbe­zirk inner­halb der Stadtmauer.

Entstanden ist das Mari­en­gärt­lein an der Schloß­kirche anläss­lich der Landes­gar­ten­schau 2016. Damals war ein Radweg mit verschie­denen Stationen zum Nach­denken durch die Innen­stadt geplant. So sollte auch an der Schloß­kirche solch eine Halte­stelle entstehen. Das Rondell aus Beton mit einer kleinen  Fontäne war vorhanden und sollte ein neues “Gesicht” erhalten.
Die Idee, ein Mari­en­gärt­lein zu gestalten kam im Garten­kunst­mu­seum Schloß Fantaisie im nahen Donn­dorf auf. Dort hängt als Modell für den mittel­al­ter­li­chen Garten ein Druck des kleinen Tafel­bildes “Das Para­dies­gärt­lein”, um 1410/20 vom ober­rhei­ni­schen Meister gemalt, das sich im Städel in Frank­furt befindet. Es ist zu einer Zeit entstanden, als Kunst dazu diente, Gott zu ehren, die viel­fach leseun­kun­digen Menschen zu ihm zu führen. Das kleine Format diente der privaten Betrach­tung, des frommen Hinein­ver­set­zens, des Medi­tie­rens. Pflanzen, Tiere, Farben und Zahlen hatten eine Bedeu­tung, eine Symbolik, die diese Menschen verstanden. Bilder konnte man lesen, häufig aber keine Buch­staben. Die bibli­schen Geschichten und die Heili­gen­le­genden waren bekannt. Auf dem kleinen Gemälde gibt es viele Pflanzen, die symbo­lisch der Gottes­mutter zuge­ordnet werden können und gleich­zeitig Heil­pflanzen sind. Sie sind bota­nisch-realis­tisch gemalt, also identifizierbar.
Das Stadt­gar­tenamt pflanzte viele dieser Mari­en­blumen und hat auch dankens­wer­ter­weise bis heute die Pflege über­nommen. Je nach Jahres­zeit blühen Rosen mit und ohne Dornen, Mari­en­li­lien, Mari­en­dis­teln, Veil­chen, Erdbeeren, Mari­en­blüm­chen, Maiglöck­chen, Akelei und Schwert­li­lien. Bäume wie Kirsche, Feige, Granat­apfel und Olive geben dem Ganzen nicht nur optisch eine Höhen­di­men­sion, sie blühen auch und tragen Früchte. Sehr alt und in vielen antiken Tradi­tionen beschrieben, sind sie als Para­die­ses­bäume bekannt. Der kleine Brunnen in der Mitte ist als fons vitae, als Quell des Lebens zu deuten. Als Ergän­zung zur Trau­ben­ma­donna in der Schloß­kirche rankt an einer Wand ein Wein­stock mit blauen Früchten.
Ein Aufsatz “Das Mari­en­gärt­lein an der Schloß­kirche in Bayreuth” mit Beispielen der Pflan­zen­sym­bolik in der Kunst aus Ober­franken ist 2017 im Archiv­band des Histo­ri­schen Vereins für Ober­franken erschienen und kann unter www.barbara-zoeller.de gelesen werden.
Zu Mari­en­fei­er­tagen gibt es Führungen mit mehr oder weniger bekannten Bildern aus der Kunst zur Symbolik der gerade blühenden Pflanzen und zu dem jewei­ligen Festtag.
Ein Flyer mit den aktu­ellen Terminen liegt am Mari­en­gärt­lein und in der Touristen-Infor­ma­tion aus.


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