Hofgarten © Meike Kratzer

Ursprünglich war der Hofgarten nur für den markgräflichen Hof und seine Gäste reserviert. Für die breite Öffentlichkeit ist die Anlage erst seit 1790 zugänglich.

Park­an­lage im Herzen Bayreuths

Der an das Neue Schloss angren­zende Hofgarten, die „grüne Lunge“ im Stadt­zen­trum, ist heute eine Erho­lungs­land­schaft für jeder­mann. Doch es war nicht immer so, dass die Bevöl­ke­rung die Kasta­nien- und Eichen­al­leen, die weiten Rasen­flä­chen mit den alten Baum­gruppen und die Kies­wege an den stillen Wasser­flä­chen nutzen konnte. Südöst­lich der ehema­ligen Stadt­mauern findet man die groß­zü­gige Garten­an­lage.

Spiel­platz im Hofgarten

Im Sommer 2017 wurde der neue Spiel­platz im hinteren Teil der Anlage einge­weiht. Unter dem Motto Spielen mit Wilhel­mine eröff­nete die Bürger­meis­terin Brigitte Merk-Erbe den Spiel­platz. Das beson­dere an den Umbau­ar­beiten: es wurden immer wieder abstrakte Elemente des neuen Schlosses und vom Hofgarten aufge­griffen. Ein Spiel­schloss, Schau­keln und einige weitere Spiel­ge­räte warten auf viele kleine Entde­cker.

Geschicht­li­cher Hinter­grund des Hofgar­tens

Die Anfänge des Hofgar­tens

Die Anfänge des  Hofgar­tens lassen sich bis in das 16. Jahr­hun­dert zurück­ver­folgen. Zunächst war er ein wesent­lich klei­nerer, umzäunter Nutz- und Blumen­garten. Als Mark­graf Chris­tian seine Resi­denz nach Bayreuth verlegte, fasst er den Entschluss den relativ kleinen Garten in einen pracht­vollen Lust­garten umzu­wan­deln. Mit der Zeit wurde der Garten immer wieder erwei­tert und verfügt ab 1626 sogar über eine eigene Reit- und Renn­bahn. Die künst­le­ri­sche Gestal­tung des Gartens kann man jedoch erst ab Mitte des 18. Jahr­hun­derts nach­weisen.

Im Zusam­men­hang mit dem Bau des Neuen Schlosses wurde der Hofgarten ab 1753 wesent­lich vergrö­ßert und ausge­staltet. Ein Kanal in L‑Form wurde ange­legt und an vier Stellen zu Wasser­be­cken mit einer Insel erwei­tert. Dieser Kanal ist heute noch die bele­bende Mitte des Hofgar­tens. Aus dieser Zeit stammen auch die beiden vom Schloss­kom­plex ausge­henden Alleen. Gut erhal­tene Stauten mit Figuren aus der antiken Mytho­logie lassen sich bei dem Spazier­gang über die Alleen an mehreren Stellen entde­cken.

Statue im Hofgarten Bayreuth (c)Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH
Statue im Hofgarten Bayreuth ©Bayreuth Marke­ting & Tourismus GmbH

Der Park war ein sehr beliebter Platz für den mark­gräf­li­chen Hof und seine Gäste. Es wurden Feste gefeiert, flaniert und sich dem Gesell­schafts­spiel hinge­geben. Eine der heute noch exis­tie­renden Längs-Achsen des Hofgar­tens diente dem damals sehr beliebten Baille-Maille-Spiel, dem Vorgänger des heutigen Golfs oder Crickets.

Der Park wurde für die Öffent­lich­keit zugäng­lich, als die Region 1790 preu­ßisch wurde. Sehr beliebt als Erho­lungs­land­schaft durch seine bunt bepflanzten Beete und dem großen Kinder­spiel­platz, verbrachten dort viele Einhei­mi­sche dort ihre Frei­zeit.

Erwei­te­rungen in der Park­an­lage

Nach 1789 ließ Mark­graf Alex­ander die barocke Garten­kunst­an­lage mit ihren zahl­rei­chen Beeten, Hecken und Parterren umge­stalten. Sein Ziel war es einen Land­schafts­garten „im natür­li­chen Stil“ zu erschaffen. Das Vorhaben, den Park zu einem Land­schafts­garten nach engli­schem Vorbild zu machen, wurde jedoch nie ganz erreicht. Die baro­cken Elemente wie der Kanal, die Inseln oder die Alleen domi­nieren noch heute den Park.

Im südli­chen Teil des Hofgar­tens wurde Ende des 18. Jahr­hun­derts zu Ehren der preus­si­schen Königin Luise ein “Mono­pteros” errichtet, ein Rund­tempel auf acht Säulen. Der Sonnen­tempel wurde zur dama­ligen Zeit als Musik­pa­vil­lion errichtet. In den letzten Jahr­zehnten stellte man manche barocke Formen wieder her, welche mit der Zeit verschwunden waren. Ein Beispiel hierfür ist das Parterre vor dem südli­chen Teil des Neuen Schlosses.


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