Fest­spiel­haus

Festspielhaus Bayreuth © Andreas Harbach

Das Bayreuther Festspielhaus von Richard Wagner aus dem 19. Jahrhundert gehört zu den größten Opernbühnen der Welt und ist für seine einzigartige Akustik bekannt.

Fest­spiele

Bayreuth ist alljähr­lich im Sommer kultu­relles Zentrum der künst­le­ri­schen Ausein­an­der­set­zung mit der Musik Richard Wagners. Die Bayreu­ther Fest­spiele haben die Stadt ebenso inter­na­tional bekannt gemacht wie die teil­neh­menden Sänger, Diri­genten, Regis­seure und Bühnen­bildner. Rufen die Fanfaren zum Beginn der Richard-Wagner-Fest­spiele, strömt ein inter­na­tio­nales Publikum in die Fest­spiel­stadt und zum Fest­spiel­haus auf den Grünen Hügel, dessen Grund­stein dort 1872 gelegt wurde. Mit seiner unver­gleich­li­chen Akustik zieht es die Besu­cher Jahr für Jahr aufs Neue in seinen Bann.
Leben und Schaffen Richard Wagners bescherten der ehema­ligen ober­frän­ki­schen Resi­denz­stadt Bayreuth im 19. Jahr­hun­dert eine weite­rei­chende, neue Ausstrah­lung. Der Kreis der Musik­freunde, der das Gesamt­kunst­werk live erleben will, ist immer größer geworden. Und damit die Chance, eine der sehr begehrten Karten zu ergat­tern immer kleiner.
Die Fest­spiele beginnen tradi­tio­nell in der letzten Juli­woche und dauern bis Ende August. Sie führen mit wech­selndem Spiel­plan jede Saison 30 Auffüh­rungen vor jeweils rund 2.000 Zuschauern auf. Ein hoher Prozent­satz sind Gäste aus dem Ausland.  Die Fest­spiele 2020 mussten  aufgrund der Corona-Krise leider abge­sagt werden. Mehr Infor­ma­tionen

Ort der Musik

Richard Wagner wählte bereits im Jahr 1871 Bayreuth als den Ort seiner Fest­spiele aus. Das Mark­gräf­liche Opern­haus führte Richard Wagner zunächst nach Bayreuth Damals besaß das Mark­gräf­liche Opern­haus die größte Bühne in Deutsch­land und weckte das Inter­esse Wagners. Dazu kam die Lage der Stadt, nahezu auf halben Weg zwischen München und der neuen Reichs­haupt­stadt Berlin, aber noch im Herr­schafts­ge­biet seines Gönners Ludwig II gelegen. Durch die Tatsache, dass das Mark­gräf­liche Opern­haus für das wagner­sche Musik­theater zu klein, zu prunk­voll, zu sehr auf abso­lu­tis­ti­schen Pomp und Reprä­sen­ta­tion ausge­richtet war, ließ sich Richard Wagner keines­wegs abschre­cken. Ein Fest­spiel­haus musste her, in Bayreuth! Und das, obwohl sogar ein sicher attrak­tives Angebot aus Chicago vorge­legen haben soll und König Ludwig das Fest­spiel­haus lieber in München gesehen hätte. Nachdem sich erste Entwürfe Gott­fried Sempers zerschlagen hatten, beauf­tragte Richard Wagner den Leip­ziger Archi­tekten Otto Brück­wald, der Grund­züge der Pläne Sempers über­nahm. 1872 wurde der Grund­stein gelegt, das Haus sollte über den Verkauf von Patro­nats­scheinen finan­ziert werden, was zunächst nicht den gewünschten Erfolg hatte, so dass König Ludwig die Fertig­stel­lung mit einem Kredit über insge­samt 400.000 Mark sicher­stellen musste.

Die ersten Fest­spiele wurden schließ­lich 1876 unter den Augen Kaiser Wilhelm I. und des brasi­lia­ni­schen Kaisers Dom Pedro II. mit der Urauf­füh­rung des Ring des Nibe­lungen eröffnet. Die Liste der anwe­senden Kompo­nisten liest sich wie ein who is who der klas­si­schen Musik der Epoche: Tschai­kowsky, Grieg, Gounod, Bruckner, Liszt und Saint-Saëns. Der Mythos Bayreuth, an dem das Haus entschei­denden Anteil hat, nahm seinen Anfang. Doch was war und ist bis heute das Beson­dere am Bayreu­ther Fest­spiel­haus? Wie kommt es, dass das Fest­spiel­haus, seiner­zeit mit relativ beschei­denen Mitteln als reines Sommer­theater gebaut, in einem Atemzug mit der Met in New York oder dem Sydney Opera House genannt wird? Woran liegt es, dass beispiels­weise Placido Domingo in einem TV-Inter­view das Fest­spiel­haus in Bayreuth unter alle großen Opern­häuser der Welt zum Besten erklärte?

Mit Sicher­heit nicht an der schlichten, roten Back­stein­fas­sade, die eher an einen Indus­triebau des 19. Jahr­hun­derts erin­nert als an ein Opern­haus. Wohl auch nicht an der, für sich gesehen, durchaus inter­es­santen Tatsache, dass Wagner das Fest­spiel­haus nach Vorbil­dern der Antike konzi­pierte. Alle 1937 Plätze liegen in direkter Blick­rich­tung zur Bühne und über den steil anstei­genden Rängen des Zuschau­er­raums spannt sich illu­sio­nis­tisch das Sonnen­segel des grie­chi­schen Thea­ters.

Der hervor­ra­gende Ruf des Hauses liegt an der Holz­bau­weise des Zuschau­er­raums und der ganz hervor­ra­genden Akustik. Sicher auch am bis zu 12 Meter tiefen Orches­ter­graben, der den Klang des verdeckt spie­lenden Orches­ters auf indi­rektem Weg in den Zuschau­er­raum entwei­chen lässt. Natür­lich auch am Fest­spiel­or­chester selbst, das sich aus den besten Musi­kern großer deut­scher Orchester zusam­men­setzt und das als bestes Wagner­or­chester über­haupt gilt. Nicht nur dem Orches­ter­graben scheint der weiche, dunkle Klang des Hauses zu entspringen, sondern gera­de­wegs den Abgründen der wagner­schen Mytho­logie selbst.

Auch dass die Sänger in Bayreuth besser zu verstehen sind als anderswo, ist der Archi­tektur des Hauses zu verdanken. Da das Orchester zum großen Teil nicht vor, sondern unter der Bühne sitzt, ergibt sich ein fast unmit­tel­barer Sänger­kon­takt zum Publikum. Der Orches­ter­klang, vom gewölbten Wall des Grabens zunächst an die Bühnen­rück­wand geworfen, trägt die Stimmen der Sänger gleichsam hinaus ins Publikum.

Weitere Infor­ma­tionen über das Fest­spiel­haus und seine Bauge­schichte sowie zahl­reiche Fotos finden Sie auf der offi­zi­ellen Home­page der Bayreu­ther Fest­spiele unter www.bayreuther-festspiele.de.


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