Janu­ar­sonne

Hofgarten (c) Yuri Laskin 2014

Gestern schien die Sonne wieder wunder­schön und mein Freund und ich haben die Gele­gen­heit genutzt, ein wenig die Gegend zu erkunden. Obwohl wir beide jetzt schon seit Jahren in Bayreuth wohnen, gibt es immer wieder Ecken, die wir noch nie gesehen haben. Man ist im Alltag doch meist auf den immer glei­chen Wegen unter­wegs und nimmt sich nicht genug die Zeit, mal etwas Neues zu erkunden.

Unser Weg geht in Rich­tung Campus. Den Campus kenne ich inzwi­schen auswendig, aber die Gegend drum­herum birgt doch noch viele kleine Geheim­nisse. Zum Beispiel einen kleinen See, der Glasen­weiher. Er ist noch zum Teil zuge­froren, sodass einige Enten mit ihren oran­genen Füßen auf dem Eis stehen, dick aufge­plus­tert, und die Sonne genießen. Andere sitzen schnat­ternd im Wasser.

Der Weiher wird durch die Tappert gespeist, die einmal durch­fließt. Der Name klingt inter­es­sant, aller­dings ergibt eine kurze Suche im Internet nicht das erwünschte Ergebnis nach der Herkunft des Namens, denn das einzige, was ich heraus­be­kommen kann, ist, dass Tappert ein Nach­name ist, der beson­ders stark in Nord­rhein-West­falen vertreten ist und dass der Name ursprüng­lich aus dem Fran­zö­si­schen kommt und die Bezeich­nung für einen mittel­al­ter­li­chen Waffen­rock ist. Naja. Aber etwas tolles Neues erfahre ich trotzdem auf dem Spazier­gang: in dem undurch­dring­li­chen Dickicht um den See herum leben Biber! Eine Frau, die dort foto­gra­fiert, weist mich darauf hin. Und wirk­lich: ein frisch gefällter Baum weist eindeutig Biber­spuren auf! Da hat sich Familie Biber einen wirk­lich schönen Platz ausge­sucht. Schade nur, dass sie heute mit ihrer Dämmer- und Nacht­ak­ti­vität die strah­lende Sonne verpassen.

Etwas weiter, in Rich­tung Jugend­her­berge Bayreuth, kommt man zu einer kleinen Unter­füh­rung. Dort gab es die zweite Über­ra­schung für mich: tolle Graf­fitis! Bayreuth hat einige Stellen, an denen gesprüht werden darf und eine aktive Sprayer-Szene. So entstehen immer wieder sehr kunst­volle und wirk­lich schöne Unter­füh­rungen und Wände.

Auf dem Rückweg fallen mir die ganzen Vögel auf, die, durch die Sonne animiert, singen. Sogar einige Spechte sind im Hofgarten zu hören. Sie lassen sich weder durch die Spazier­gänger noch durch die Hunde irri­tieren. Hoffent­lich bleibt es auch die nächsten Tage sonnig, dann kann ich meinen Morgen­kaffee viel­leicht wieder warm einge­packt draußen trinken. Janu­ar­sonne ist immer beson­ders schön finde ich.

 

 

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