Jüdi­sches Bayreuth

Synagoge Bayreuth © Norbert Miguletz

Über 800 Jahre reicht die jüdische Geschichte in Bayreuth zurück. Im 13. Jahrhundert gegründet, zählt die jüdische Gemeinde heute wieder rund 500 Mitglieder.

Synagoge

Die Barock­syn­agoge von 1760 ist die älteste noch betrie­bene Synagoge in Deutsch­land. Ursprüng­lich als Komö­di­en­haus für den mark­gräf­li­chen Hof 1715 geplant, wurde die Synagoge 2018 nach Sanie­rung wieder geöffnet.

Wand an Wand mit dem UNESCO-Welt­kul­tur­erbe Mark­gräf­li­ches Opern­haus entsteht derzeit um die Synagoge ein neuer Baukom­plex: Die moderne Mikwe, das ritu­elle Tauchbad, wurde 2013 fertig gestellt und wird „als reinste Mikwe Europas“ – so der Londoner Spezia­list Rabbi Meir Posen – von einem arte­si­schen Brunnen gespeist. Gegen­über, in dem Gebäude der ehema­ligen Münze von 1778, entsteht ein neues Jüdi­sches Kultur- und Gemein­de­zen­trum mit Muse­ums­räumen, Archiv und Biblio­thek, koscherem Café und Räumen für die jüdi­sche Gemeinde. Die bei ersten Reno­vie­rungs­ar­beiten im Dach­stuhl der Synagoge 2010 gefun­dene Genisa, deren Fund­stücke bis ins 16. Jahr­hun­dert zurück­rei­chen, wird in dem gegen­wärtig entste­henden Jüdi­schen Kultur­zen­trum und Museum, dessen Fertig­stel­lung für 2020 geplant ist, zu sehen sein.

Der Jüdi­sche Friedhof in Bayreuth mit seinen fast 1.000 Gräbern wurde 1787 einge­weiht und wird ohne Unter­bre­chung bis heute von der Israe­li­ti­schen Kultus­ge­meinde genutzt und gewartet. Zum Friedhof gehört eine bemer­kens­werte Jugend­stil-Tahara. Öffent­lich zugäng­lich ist er bislang nur am 9. November anläss­lich der jähr­li­chen Gedenk­ver­an­stal­tung, die auch mit einer Führung verbunden ist. Dank einer drei­jäh­rigen Bestands­auf­nahme und Forschungs­ar­beiten des Salomon-Ludwig-Stein­heim-Insti­tuts der Univer­sität Essen sind inzwi­schen alle Gräber in Bild und Beschrei­bung in der epigra­phi­schen Daten­bank online zugäng­lich.

Infor­ma­tionen zur Geschichte der Juden in Bayreuth bieten der kosten­lose Stadt­plan Jüdi­sches Bayreuth sowie das gleich­na­mige Buch an.

Führungen zum jüdi­schen Leben in Bayreuth

Verstummte Stimmen

Auf dem Grünen Hügel, unter­halb des Fest­spiel­hauses, befindet sich seit 2012 die dauer­hafte Frei­luft­in­stal­la­tion „Verstummte Stimmen — Die Bayreu­ther Fest­spiele und die ‚Juden’ 1876 bis 1945“. Diese Ausstel­lung gedenkt Fest­spiel­mit­wir­kenden, die dem NS-Regime zum Opfer gefallen sind. Wie stark der Anti­se­mi­tismus früher die Beset­zungs­po­litik der Fest­spiele mitbe­stimmte unter­suchte der Histo­riker Hannes Heer und trug inter­es­sante Biogra­fien und Geschichten zusammen. Besu­cher erleben hier ganz in unmit­tel­barer Nähe zum Fest­spiel­haus eine Wagner-kriti­sche Ausstel­lung, die Anstoß zum Nach­denken gibt.

Fest­spiel­haus
Fest­spiel­hügel 1–2
95445 Bayreuth
Tel: +49 9 21 7 87 80


Kontakt

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