Das Schloss Birken

Schloss Birken © Andreas Harbach

Selbst für gebürtige Bayreuther ist das Schloss mit seiner langen Geschichte noch ein echter Geheimtipp.

Geschicht­li­ches zum Schloss Birken

Vom Jagd­schloss…

Zwischen Stadt­mitte und Univer­sität liegt auf einem kleinen Hügel liegt das Schloss Birken im Stadt­teil glei­chen Namens. Dieses wurde 1459 erst­mals als ein Haus auf der „Pircken“ urkund­lich erwähnt. Erbprinz Erdmann August von Bran­den­burg-Bayreuth (1615–51) errich­tete nach 1647 das Jagd­schloss Birken.

Wegen eines Besol­dungs­rück­standes schenkte Mark­graf Chris­tian Ernst von Bran­den­burg-Bayreuth (1644/1661 – 1712) 1686 seinem Ober­hof­mar­schall Hans Wilhelm von Erffa sein Jagd­schloss Birken nebst Gut und den dazu­ge­hö­rigen Ländereien.

Dieser lässt das alte Jagd­schloss abreißen und lässt statt­dessen einen Neubau nach Plänen des mark­gräf­li­chen Archi­tekten Charles Phil­ippe Dieussart errichten. Die schweren baro­cken weißen Stuck­de­cken des Trep­pen­hauses und in den Reprä­sen­ta­ti­ons­räumen des ersten Ober­ge­schosses wurden zwischen 1689 und 1692 von dem Italiener Bernardo Quadri entworfen, der bereits in frühen Mark­grafen- und Adels­kir­chen der Region Decken­s­tuck schuf.

Unter Premier­mi­nister Erdmann Frei­herr von Stein erlebt Schloss Birken 1724–39 seine Blüte­zeit. Während der Sommer­mo­nate ist das Schloss die stän­dige Resi­denz des mark­gräf­li­chen Minis­ters. Im Audi­enz­saal empfängt er Hofbe­amte, Gesandte und Bitt­steller. Neben großen Hofjagden in den Lände­reien finden zudem im Barock­saal glanz­volle Feste statt. Mark­gräfin Wilhel­mine (1709–1758) und Mark­graf Fried­rich (1711/1735–1763) sind oft zu Gast. 1740 geht Schloss Birken an die Baron von Stein‘schen Stif­tung über, die Zeiten als Jagd­schloss sind vorbei. Mark­graf Fried­rich reitet lieber über die ausge­baute Fried­rich­straße an Birken vorbei zum Jagd­re­vier Thier­garten und zieht ab 1756/57 den Neubau des Jagd­schlosses in Kaiser­hammer und das wild­reiche Fich­tel­ge­birge vor.


… zur Stein’schen Stif­tung und zum Privatbesitz

Schloss Birken bleibt bis 1956 im Besitz der Baron von Stein‘schen Stif­tung. Baronin Chris­tiane Char­lotte von Stein verfügt im Stif­tungs­brief, dass: „von meinem dazu bestimmten Vermögen … allzeit auf der Birken vier arme adelige Witwen oder Fräu­lein mit Wohnung, Kost und Unter­halt versorget und gehalten, vier andere arme Bürgers­witwen aus hiesiger Stadt aber gleich­falls in den Häusern vor dem Schlosshof der Birken stehend … mit Wohnung und Kost versehen werden …!“

1956–1975 wird das Schloss privater Wohn­sitz der Fami­lien von Hoesslin und ab 1975 privater Wohn­sitz der Familie Peter Rothen­bü­cher. Ab 1979 ist es als Kunst­ver­stei­ge­rungs­haus P. Rothen­bü­cher KG auch über­re­gional bekannt.

Text: Peter Rothenbücher

Peter Rothen­bü­cher KG

Für die Öffent­lich­keit öffnete es seine Tore erst nach der Ernen­nung des Mark­gräf­li­chen Opern­hauses Bayreuth zum Welt­kul­tur­erbe, kurz vor dem Jubi­läum zu Wagners 200. Geburtstag im Jahr 2013. Heute finden Besu­cher im Schloss Birken Muse­ums­räume für Besich­ti­gungen oder Veran­stal­tungen und das Aukti­ons­haus Peter Rothen­bü­cher KG.

Kontakt

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